Dōkōkai-Osnabrück

Bei Hokushin Ittō-Ryū handelt es sich um eine Koryū (“Alte Schule” gegründet vor 1868) welche 1820 von Chiba Shūsaku Narimasa gegründet wurde. Die Schule zählte damals zu einer der drei größten und einflussreichsten Stile und hat viele exzellente Schwertkämpfer hervorgebracht. Die Hokushin Ittō-Ryū und ihre Traditionen werden bis heute gepflegt und in vielen Teilen der Welt trainiert in sogenannten Keikojō oder Dōkōkai. Bei diesen handelt es sich um offizielle Trainingsgruppen die jeweils einem Dōjō untergeordnet sind. Ein Keikojō wird von einem Shidōin oder Shihandai (Einem fortgeschrittenen Schüler der mindestens die zweite Lizenz erlangt hat) geleitet und ein Dōkōkai von einem Kaichō (Einem Schüler der die erste Lizenz erhalten hat). Das Dōkōkai-Osnabrück gehört zum Chiba-Dōjō in München (dem einzigen europäischen Dōjō), welches vom 7. Sōke (Oberhaupt des Stils) der Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō, Ōtsuka Ryūnosuke Masatomo geleitet wird.

Mein Name ist Julian Rottschäfer und ich bin der amtierende Kaichō (Direktor) des Dōkōkai-Osnabrück. Ich studiere zur Zeit Biowissenschaften im Master an der Universität Osnabrück.

Abgesehen von ein paar Jahren Jūdō zu Schulzeiten begann ich mich ernsthaft mit japanischen Kampfkünsten auseinanderzusetzen nachdem ich 2014, zuerst im Rahmen des Hochschulsports, neben dem Studium begann im Aikidō-Dōjō von Karl-Heinz Fuß in Osnabrück den Iaidō-Unterricht unter der Leitung von Jörg Zielke besuchte. Der Iaidō-Stil den ich dort trainierte war die Musō Shinden-Ryū (“Die im Traum durch göttliche Unterweisung übermittelte Schule”). Beim Training lernte ich Sven Albrecht kennen, welcher damals begann sich verstärkt mit Hokushin Ittō-Ryū zu beschäftigen. Sven verließ die Iaidō-Gruppe um sich der Hokushin Ittō-Ryū zu widmen und begann im August 2014 eine Trainingsgruppe im Aikidō Dōjō anzubieten.

Neugierig auf das neue Angebot schloss ich mich Svens Trainingsgruppe direkt an während ich nebenbei weiter Iaidō trainierte. Das Training gefiel mir sehr gut und so nahm ich an einem der Seminare in München teil, trainierte dort einige Tage mit Mitgliedern der Schule aus aller Welt und lernte den 6. Sōke der Hokushin Ittō-Ryū, Ôtsuka Yōichirō Masanori und den nun 7. Sōke Ôtsuka Ryūnosuke Masatomo kennen. Die ganz besondere Atmosphäre welche diese Seminare an sich haben hat mich tief beeindruckt und mich veranlasst mein Training fortzusetzen. Schließlich legte ich auf einem weiteren Seminar am 15. September 2015 erfolgreich meine Kirigami-Prüfung ab (erste Lizenz) und durchlief im Zuge dessen außerdem die Keppan-Zeremonie. Ich hörte mit dem Iaidō-Training auf und konzentrierte mich danach ausschließlich auf Hokushin Ittō-Ryū.

Im Mai 2018 zog Sven Albrecht schließlich aus beruflichen Gründen nach München und mir wurde die Möglichkeit gegeben das Keikojō als Dōkōkai weiterzuführen. So wurde ich am 13. Mai 2018 offiziell zum nächsten Kaichō ernannt und führe das Dōkōkai mit tatkräftiger Unterstützung von Sebastian Graetz weiter. Unter der Leitung von Sven Albrecht hat sich in Osnabrück nicht nur ein beständiger Kreis an Trainierenden gebildet sondern Hokushin Ittō-Ryū wird auch als Kurs beim Hochschulsport angeboten und erfreut sich großer Beliebtheit. Ich möchte in Zukunft daran arbeiten das Dōkōkai und die Bekanntheit von Hokushin Ittō-Ryū zu vergrößern und den Standard des Trainings in Osnabrück aufrecht zu erhalten wenn nicht sogar zu verbessern.

An dieser Stelle möchte ich mich in aller Form bei denjenigen Bedanken die mir als Lehrer auf meinem Weg bisher zur Seite standen und dies auch hoffentlich im Zukunft weiter tun werden, mein besonderer Dank gilt Sven Albrecht, Ōtsuka Ryūnosuke Masatomo-Sōke und Ōtsuka Yōichirō Masanori-Sendai-Sōke ohne die ich vermutlich nie bis zu diesem Punkt gekommen wäre. Des Weiteren möchte ich auch den Mitgliedern des Dōkōkai Osnabrück danken deren Mitarbeit und Hilfe das Trainingsangebot in Osnabrück in diesem Maße aufrecht erhält.

Bei Interesse oder Fragen zum Training oder der Ryūha schreibt mir doch bitte einfach eine E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen,

Julian Rottschäfer